Update 2026
Dieser Beitrag beschreibt den damaligen Aufbau meines Heimnetzwerks auf Basis eines Raspberry Pi 4. Inzwischen hat sich die Infrastruktur deutlich weiterentwickelt und einige der hier beschriebenen Dienste wurden ersetzt oder auf andere Systeme verschoben.
Der Beitrag bleibt dennoch erhalten, da er einen guten Einblick in die Entwicklung meines Heimnetzwerks und meiner Gebäudeautomation gibt.
Der Raspberry Pi 4 kam ursprünglich hauptsächlich wegen der geplanten Visualisierung meiner KNX-Hausautomation zum Einsatz. Dafür wollte ich ioBroker testen. Die Software lässt sich unter anderem mit KNX verbinden und ermöglicht den Aufbau einer grafischen Visualisierung, die beispielsweise auf einem Tablet oder fest installierten Touchscreen dargestellt werden kann.
Geplant waren Touchscreens im Unter- und Obergeschoss. Darüber sollten verschiedene Informationen wie Wetter, Nachrichten, Fensterzustände oder der Status der Gartenbewässerung angezeigt werden. Gleichzeitig sollten sich darüber verschiedene Funktionen der Hausautomation bedienen lassen. Auch die spätere Einbindung der Türkommunikation inklusive Video war vorgesehen.
Mit der Zeit kamen jedoch weitere Aufgaben hinzu und der Raspberry Pi entwickelte sich zu einem kleinen zentralen Server für verschiedene Dienste.
Pi-hole
Einer dieser Dienste war Pi-hole.
Pi-hole ist ein netzwerkweiter DNS-Filter, der unter anderem Werbung und Tracking-Anfragen blockieren kann. Im Gegensatz zu einem klassischen Browser-Adblocker muss dafür nicht auf jedem einzelnen Gerät eine Erweiterung installiert werden.
Die Geräte im Netzwerk verwenden Pi-hole als DNS-Server. Bei einer DNS-Anfrage prüft Pi-hole anhand verschiedener Filterlisten, ob eine angefragte Domain blockiert werden soll.
Dadurch können bestimmte Werbe- und Trackingdienste nicht nur auf Computern, sondern auch auf Smartphones, Tablets oder anderen Geräten im Heimnetz blockiert werden.

UniFi Network Controller
Für das WLAN kamen Access Points von Ubiquiti UniFi zum Einsatz. Zur zentralen Konfiguration und Überwachung dieser Geräte wurde der UniFi Network Controller ebenfalls auf dem Raspberry Pi betrieben.
Über die Software konnten die Access Points eingerichtet und verwaltet sowie WLANs, Clients, Updates und verschiedene Netzwerkparameter zentral überwacht werden.
Alternativ bietet Ubiquiti mit dem CloudKey eine eigene Hardwareplattform für diese Aufgabe an. Da der Raspberry Pi ohnehin dauerhaft lief, konnte der Controller jedoch problemlos zusammen mit den anderen Diensten auf diesem System betrieben werden.
ioBroker
Der ursprünglich wichtigste Einsatzzweck des Raspberry Pi war ioBroker.
ioBroker ist eine Plattform zur Verbindung unterschiedlicher Systeme und Geräte aus dem Bereich Smart Home und Gebäudeautomation. Über entsprechende Adapter lassen sich zahlreiche Systeme integrieren – darunter auch KNX.
Zusätzlich bietet ioBroker Möglichkeiten, eigene Visualisierungen zu erstellen.
Damit ließ sich eine Bedienoberfläche aufbauen, über die verschiedene Informationen der Hausautomation angezeigt und Funktionen gesteuert werden konnten.
Der Funktionsumfang von ioBroker ist sehr groß. Gleichzeitig empfand ich die Erstellung und Pflege der Visualisierung teilweise als recht aufwendig. Deshalb beschäftigte ich mich damals zusätzlich mit IP-Symcon, das ebenfalls auf dem Raspberry Pi installiert wurde.
Welches System langfristig für die Visualisierung eingesetzt werden sollte, war zu diesem Zeitpunkt noch offen.
Wie ich bereits schrieb ist es mit iOBroker möglich eine Visualisierung zu erstellen. Die sieht dann in meinem Falle so aus:

Mehrere Dienste auf einem Raspberry Pi
Damit liefen schließlich mehrere Aufgaben gleichzeitig auf einem einzigen Raspberry Pi 4:
- Pi-hole als DNS-basierter Werbe- und Trackingfilter
- UniFi Network Controller zur Verwaltung der WLAN-Infrastruktur
- ioBroker für Gebäudeautomation und Visualisierung
- IP-Symcon als alternative Plattform für die Hausautomation
Für einen kleinen Einplatinencomputer war das bereits ein beachtlicher Funktionsumfang. Der Raspberry Pi zeigte damit sehr gut, dass er nicht nur für einzelne Bastelprojekte geeignet ist, sondern auch mehrere dauerhaft benötigte Netzwerk- und Smart-Home-Dienste gleichzeitig übernehmen kann.
Technische Daten des Raspberry Pi 4
| Prozessor / SoC | Broadcom BCM2711, Quad core Cortex-A72 64-bit SoC @ 1.5 GHz. |
| Arbeitsspeicher | 2 GB LPDDR4 SDRAM |
| Konnektivität | dual-band IEEE 802.11ac wireless Bluetooth 5.0 Gigabit Ethernet 2x USB 3.0 2x USB 2.0 1x MicroSD-Slot 2x micro-HDMI |
| GPIO | Standardisierter Raspberry Pi 40 pin GPIO Header |
| Video | bis zu 4K-Auflösung @ 60 Hertz (ein Monitor) bis zu 4K-Auflösung @ 30 Hertz (zwei Monitore) |
| Multimedia | HEVC/H.265 (4K @ 60 Hz decode) AVC/H.264 (1080p @ 60 Hz decode, 1080p @ 30 Hz encode) OpenGL ES 3.0 graphics |
| Stromversorgung | 5V DC via USB-C connector (mindestens 3 A) 5V DC via GPIO-Header (mindestens 3 A) Power over Ethernet (PoE) aktiviert (benötigt seperates PoE-HAT-Modul) |



