Ein kleines Beispiel zum Start: Ich schalte in der Küche ein Licht ein und wieder aus. Das funktioniert bei konventioneller Elektrik folgend: Ein Stromkabel führt vom “Stromkasten” zur Küche zum Schalter, Strom liegt an bis zum Schalter und vom Schalter führt das Stromkabel zur Lampe. Beim Schalter wird dann die Verbindung geschlossen, der Strom fließt zur Lampe, die Lampe leuchtet. 

Bei KNX ist es so: Vom “Stromkasten” führt direkt ein Stromkabel zur Lampe. Genauso führt das KNX Kabel vom Stromkasten zum Schalter (bei KNX ist es ein Taster). Dabei kann es auch als Baum oder Stern ausgelegt sein, das heißt es muss nicht direkt vom Stromkasten kommen. Es kann auch erst bei einem anderen Taster gewesen sein. Ich drücke auf den Taster, der sendet ein Telegramm auf den Bus, der Aktor im Stromkasten empfängt das Telegramm und weiß durch die Parametrierung, dass es den Kanal fürs Küchenlicht schalten muss. Das Licht leuchtet.

 

Was ist ein Aktor? Aktoren sitzen oft im Schaltschrank und sind Befehlsempfänger, meist schalten Sie Strom durch, Für Rollläden/Jalousie, Heizung, Licht, Steckdosen. Eine Ausnahme bildet der Binär-Aktor, er ist für offen/geschlossen-Zustände bei z.B. Fenster, Türen, Toren zuständig.

Alle Informationen die ein Gerät betreffen werden übrigens direkt auf diesem gespeichert, also alles was ein Gerät tun soll, zum Beispiel bei eingehenden Telegrammen. Die Geräte werden meist mit der ETS Software parametriert, mehr dazu gibts hier: Arbeiten mit der ETS Software.

Probleme bei zu viel Technik?

Einige mögen vielleicht denken, ja so viel Technik im Haus geht ja ständig was Kaputt und dann sitze ich im Dunkeln oder was passiert bei Stromausfall. Natürlich kann immer mal etwas ausfallen aber die Komponenten sind auf eine lange Lebensdauer ausgelegt und bei Stromausfall sitzt JEDER im Dunkeln der keine USV (Unterbrechnungsfreie Stromversorgung) besitzt, auch mit konventioneller Elektrik.

Es gibt auch Systeme der Hausautomatisierung, da gibt es einen zentralen Server auf dem das alles gespeichert wird, Loxone gehört zum Beispiel dazu. Aus meiner Sicht hat das den großen Nachteil, dass bei einem Serverausfall das Haus wieder richtig Dumm ist. Bei KNX kann ein Gerät ausfallen und es funktionieren eben nur die Teile nicht mehr die direkt mit dem Gerät zu tun hatten.

Beispiel 1: Ein Bewegungsmelder fällt aus: keine Bewegungserkennung und somit kein Licht mehr – Abhilfe: man legt das Licht mithilfe der ETS auf einen Taster und kann es erstmal per Hand an und aus schalten.

Beispiel 2 ein Heizungsaktor an dem 6 Heizkörper angeschlossen sind fällt aus. Abhilfe: Manuelle Regler (Thermostate) an die Heizkörperventile schrauben und schnellstmöglich Ersatz besorgen.

Man sieht, dass wenn etwas ausfällt nur dieser Teil betroffen ist. Für die meisten Probleme kann man zügig Abhilfe schaffen.
Ein großes Problem kann auftreten, wenn die Spannungsversorgung versagt, denn der KNX-Bus braucht ein bisschen Strom. darauf sollte man vielleicht durch ein Ersatzgerät vorbereitet sein.