Vom Raspberry Pi und UniFi USG zum Cloud Gateway Ultra
In einem früheren Beitrag habe ich beschrieben, wie auf einem Raspberry Pi 4 neben verschiedenen anderen Diensten auch der UniFi Network Controller lief. Zu diesem Zeitpunkt kamen bereits Access Points von Ubiquiti UniFi zum Einsatz und der Raspberry Pi übernahm deren zentrale Verwaltung. Mit dem weiteren Ausbau des Netzwerks kam später ein UniFi Security Gateway, kurz USG, hinzu.
Damit bestand die UniFi-Infrastruktur zunächst aus zwei getrennten Komponenten: Der Controller lief als Software auf dem Raspberry Pi, während das USG als Router beziehungsweise Gateway zwischen dem Heimnetzwerk und dem Internet arbeitete und gleichzeitig die Firewall-Funktionen übernahm.
Was machte eigentlich der UniFi Controller?
Der Begriff „Controller“ kann bei UniFi zunächst etwas missverständlich sein. Die Software übernimmt nicht den eigentlichen Netzwerkverkehr. Ein Access Point funktioniert beispielsweise auch weiter, wenn der Controller gerade nicht erreichbar ist.
Der UniFi Network Controller dient vielmehr zur zentralen Konfiguration und Verwaltung der UniFi-Geräte. Darüber werden unter anderem WLANs eingerichtet, Netzwerke und VLANs konfiguriert, Firmwareupdates durchgeführt sowie verbundene Geräte und Statistiken angezeigt.
Gerade wenn mehrere Access Points, Switches und Gateways eingesetzt werden, ist diese zentrale Verwaltung einer der großen Vorteile des UniFi-Systems.
Bei mir lief diese Software zunächst auf dem ohnehin vorhandenen Raspberry Pi.
Das USG übernimmt Router und Firewall
Mit dem UniFi Security Gateway wurde schließlich auch der Übergang zwischen Heimnetz und Internet Teil der UniFi-Umgebung.
Das USG übernahm Routing und Firewall und konnte ebenfalls über den UniFi Controller konfiguriert werden. Dadurch wurden nicht mehr nur die Access Points, sondern zunehmend auch die eigentliche Netzwerkinfrastruktur zentral verwaltet.
Die Aufgaben waren trotzdem noch klar getrennt:
Raspberry Pi: UniFi Network Controller
UniFi USG: Router, Gateway und Firewall
Das funktionierte lange zuverlässig und hatte durchaus seinen Reiz. Der Controller ließ sich auf eigener Hardware betreiben und die einzelnen Komponenten konnten unabhängig voneinander ausgetauscht werden. Allerdings bedeutete es auch, dass für die vollständige Verwaltung des Netzwerks immer eine zusätzliche Controller-Installation vorhanden sein musste.
Das Ende des USG
Irgendwann fiel das USG schließlich aus und musste ersetzt werden. Anstatt wieder ein separates Gateway einzusetzen, fiel die Entscheidung diesmal auf das UniFi Cloud Gateway Ultra und damit änderte sich auch der grundsätzliche Aufbau.
Beim Cloud Gateway Ultra sind Gateway, Router, Firewall und die UniFi-Network-Verwaltung in einem Gerät zusammengefasst. Eine zusätzliche UniFi-Controller-Installation auf dem Raspberry Pi wird dadurch nicht mehr benötigt.
Aus zuvor zwei voneinander getrennten Systemen wurde damit eine zentrale UniFi-Plattform.
Was übernimmt das Cloud Gateway Ultra?
Das Cloud Gateway Ultra sitzt heute am Übergang zwischen Internetanschluss und lokalem Netzwerk.
Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem:
- Routing zwischen den verschiedenen Netzwerken
- Firewall-Regeln
- Verwaltung der Internetverbindung
- DHCP und weitere Netzwerkdienste
- Verwaltung von VLANs und Netzwerksegmenten
- VPN-Verbindungen
- Überwachung und Auswertung des Netzwerkverkehrs
- zentrale Verwaltung der UniFi Access Points und Switches
Über die UniFi-Network-Oberfläche befindet sich damit inzwischen ein Großteil der Netzwerkkonfiguration an einer zentralen Stelle. Gerade mit zunehmender Anzahl an UniFi-Komponenten ist das deutlich übersichtlicher als die ursprüngliche Lösung mit einem separat betriebenen Controller.
Firewall und Sicherheitsfunktionen
Ein weiterer Grund für den Einsatz eines richtigen Gateways ist die Kontrolle darüber, welcher Datenverkehr zwischen Internet und internem Netzwerk beziehungsweise zwischen verschiedenen internen Netzwerken erlaubt ist. Über die Firewall lassen sich beispielsweise Netzwerkbereiche voneinander trennen und Zugriffe gezielt erlauben oder blockieren.
Das wird umso interessanter, je mehr unterschiedliche Geräte sich im Heimnetz befinden. Neben klassischen Computern und Smartphones kommen inzwischen Smart-Home-Komponenten, Kameras, Server, Fernseher und zahlreiche weitere Netzwerkgeräte hinzu.
Nicht jedes dieser Geräte muss uneingeschränkt mit jedem anderen Gerät kommunizieren können. Ein entsprechend aufgebautes Netzwerk schafft deshalb nicht nur mehr Übersicht, sondern kann auch die Sicherheit erhöhen.
Ein weiterer Schritt Richtung vollständiges UniFi-Netzwerk
Mit dem Cloud Gateway Ultra war schließlich nicht mehr nur das WLAN Teil der UniFi-Infrastruktur, sondern auch das zentrale Gateway des Netzwerks.
Dabei sollte es allerdings nicht bleiben.
Im Netzwerk waren zu diesem Zeitpunkt noch Switches verschiedener Hersteller im Einsatz. Im Hauptverteiler arbeitete ein 24-Port-POE-Switch von Netgear, während in mehreren Unterverteilungen kleinere Zyxel-POE-Switches ihren Dienst verrichteten.
Technisch funktionierte das mehr oder weniger problemlos. Allerdings konnten diese Geräte natürlich nicht zentral über UniFi Network verwaltet werden. Außerdem wollte die VLAN Einrichtung nicht so richtig klappen womit ich dies schließlich aufgab und es noch bis 2026 ein nur Netz gab.
Der nächste Schritt lag damit nahe: Auch die Switch-Infrastruktur sollte auf UniFi umgestellt werden.
Weiter geht es im nächsten Beitrag:
Das Heimnetz wird komplett UniFi – Austausch der Switches
