Nachdem mit dem UniFi Cloud Gateway Ultra bereits Router, Firewall und Netzwerkverwaltung in die UniFi-Umgebung gewandert waren, blieb noch ein größerer Teil des Netzwerks übrig: die Switches. Über die Jahre war die Netzwerkinfrastruktur Stück für Stück gewachsen. Entsprechend kamen Geräte verschiedener Hersteller zum Einsatz.
Im zentralen Netzwerkschrank im Keller arbeitete ein 24-Port-POE-Switch von Netgear. Zusätzlich gab es mehrere kleinere Zyxel-Switches in den Unterverteilungen, eins im Erdgeschoss und eins auf dem Dach.
Technisch funktionierte diese Kombination mehr oder weniger gut. Mit dem zunehmenden Ausbau der UniFi-Infrastruktur wurde jedoch ein Nachteil immer deutlicher: Die Switches ließen sich nicht gemeinsam mit den Access Points und dem Gateway über UniFi Network verwalten.
Warum die Switches überhaupt austauschen?
Ein funktionierender Switch muss grundsätzlich nicht ersetzt werden, nur weil er von einem anderen Hersteller stammt. Für mich lag der Vorteil eines vollständigen UniFi-Netzwerks deshalb weniger in einer höheren reinen Übertragungsgeschwindigkeit, sondern vor allem in der zentralen Verwaltung. Statt mehrere unterschiedliche Weboberflächen und Konfigurationen zu verwenden, können Gateway, Switches und Access Points gemeinsam über UniFi Network administriert werden.
Damit lässt sich beispielsweise direkt erkennen:
- welches Gerät an welchem Switch-Port angeschlossen ist
- welche Geschwindigkeit ein Port ausgehandelt hat
- wie viel Datenverkehr über einen Port läuft
- welchem Netzwerk oder VLAN ein Port zugeordnet ist
- ob ein PoE-Gerät versorgt wird und wie viel Leistung es benötigt
- über welchen Switch und Access Point ein Client mit dem Netzwerk verbunden ist
- ob es Auffälligkeiten oder Verbindungsprobleme gibt
Gerade bei einem Netzwerk mit mehreren Verteilungen wird diese Übersicht zunehmend wertvoll.
Hauptverteiler und Unterverteiler
Der zentrale Punkt des Netzwerks befindet sich im Keller. Dort laufen die wichtigsten Netzwerkverbindungen zusammen und von dort aus werden auch die Unterverteiler in den verschiedenen Gebäudebereichen angebunden.
Die Struktur sieht vereinfacht folgendermaßen aus:
Hauptverteiler im Keller
→ Unterverteiler Erdgeschoss
→ Unterverteiler Dach
An den Unterverteilungen hängen wiederum die Netzwerkgeräte des jeweiligen Bereichs – beispielsweise Access Points, Kameras, Smart-Home-Komponenten oder klassische LAN-Anschlüsse. Durch die Umstellung auf UniFi-Switches wurde damit nicht nur der zentrale Switch, sondern nach und nach auch die komplette Verteilung Teil der zentral verwalteten Netzwerkinfrastruktur.
Vorteile bei VLANs und Netzwerksegmenten
Besonders hilfreich wird ein gemanagtes Netzwerk, wenn unterschiedliche Geräte voneinander getrennt werden sollen. In einem modernen Heimnetz befinden sich längst nicht mehr nur Computer und Smartphones. Hinzu kommen unter anderem:
- Smart-Home-Geräte
- Kameras
- Fernseher und Streaminggeräte
- Server
- Access Points
- Netzwerkdrucker
- IoT-Geräte
Nicht jedes dieser Geräte muss uneingeschränkt mit jedem anderen Gerät kommunizieren können. Über VLANs lassen sich solche Geräte logisch voneinander trennen, obwohl sie teilweise über dieselben Switches und Netzwerkleitungen angeschlossen sind. Mit vollständig in UniFi eingebundenen Switches kann die entsprechende Netzwerkzuordnung direkt pro Port vorgenommen werden. Dadurch wird die Konfiguration deutlich übersichtlicher.
Auch die Fehlersuche wird einfacher
Ein weiterer Vorteil zeigte sich bei der Fehlersuche. Wenn ein Gerät plötzlich nicht mehr erreichbar ist, kann in UniFi relativ schnell geprüft werden, an welchem Switch und Port es angeschlossen ist und mit welcher Geschwindigkeit die Verbindung besteht. Auch fehlerhafte Verkabelungen oder Verbindungen, die unerwartet nur mit 100 Mbit/s statt mit 1 Gbit/s arbeiten, fallen dadurch wesentlich schneller auf.
Bei mehreren voneinander getrennten Netzwerkverteilern ist das deutlich angenehmer, als zunächst herausfinden zu müssen, an welchem Switch ein bestimmtes Gerät überhaupt angeschlossen ist.
PoE für Access Points und Kameras
Alle meine Switche konnten von Anfang an POE, das war mir wichtig. Dabei werden kompatible Geräte über das Netzwerkkabel mit Strom versorgt. Gerade für Access Points und Netzwerkkameras ist das praktisch. Statt zusätzlich eine Steckdose oder ein separates Netzteil zu benötigen, reicht ein einziges Netzwerkkabel bis zum jeweiligen Gerät.
Bei gemanagten PoE-Switches lässt sich die Stromversorgung der einzelnen Ports zudem überwachen und bei Bedarf auch gezielt neu starten. Das ist insbesondere bei fest montierten Access Points oder Kameras hilfreich.
Ich habe zusätzlich noch eine Türklingel von Doorbird, die über POE versorgt wird sowie zwei Tablets in den Fluren
Ein Netzwerk aus einer Oberfläche
Nach dem Austausch der alten Netgear- und Zyxel-Switches bestand damit ein wesentlich größerer Teil des Heimnetzwerks aus UniFi-Komponenten. Gateway, Switches und Access Points konnten nun gemeinsam in einer Oberfläche verwaltet werden.Das verändert zwar nicht grundsätzlich die Funktionsweise eines Ethernet-Netzwerks, macht Administration, Überwachung und Fehlersuche aber deutlich angenehmer.
Besonders bei einem Netzwerk, das über mehrere Stockwerke und Gebäudebereiche verteilt ist, wird dieser Vorteil schnell spürbar.Mit dem Austausch der Switches war die Modernisierung allerdings noch nicht abgeschlossen. Zwischen den einzelnen Netzwerkverteilern bestand bereits eine Glasfaserverbindung. Diese sollte im nächsten Schritt auf eine deutlich höhere Geschwindigkeit gebracht werden.
Weiter geht es im nächsten Beitrag:
10-Gbit-Upgrade – Glasfaser-Backbone und UniFi Aggregation Switch
